Feuerwerke gekonnt fotografieren

02
Mrz

Das ganze Jahr hindurch erleuchten Feuerwerke den Nachthimmel, sei es zu Stadtfesten, Veranstaltungen oder auch Jubiläumsfeiern, dabei werden die farbenprächtigen Effekte am Himmel festgehalten – doch leider gelingen die Fotos nicht immer, wie man es gerne hätte. Das Fotografieren von Feuerwerken ist eine künstlerische Herausforderung, doch wenn man die wichtigsten Dinge beachtet, kann eigentlich überhaupt nichts schiefgehen. In diesem Artikel möchten wir auf die Grundlagen der Feuerwerksfotografie eingehen und Ihnen Tipps und Tricks geben, wie man das Spektakel trotzdem fotografisch gut festhalten kann.

Ausrüstung

Auch für das Fotografieren von Feuerwerken sollte die Kamera einige Tricks drauf haben, zum Beispiel Blende, Verschlusszeit, den ISO Wert sowie den Fokus manuell einstellen zu können. Nur so kann man auf die jeweiligen Situationen die passenden Parameter anpassen, auf der sicheren Seite ist man jedoch nur mit einer digitalen Spiegelreflexkamera. Eine günstige Canon ist zum Beispiel immer eine gute Wahl, man sollte jedoch lieber auf die teurere Variante setzen, da sich dies qualitativ auch für die Fotos bezahlbar macht.

Ein größerer Weitwinkel wird beim Fotografieren von Feuerwerken benötigt, deshalb eignet sich ein Teleobjektiv weniger als ein Weitwinkelobjektiv. Zoom Objektive sind am besten geeignet, da man mit diesen den Bildausschnitt ändern kann, um auch mal so Details aufzunehmen oder einfach nur die umliegende Umgebung festzuhalten. Ein 18-55mm Objektiv eignet sich für das Fotografieren von Feuerwerken besonders gut, man benötigt ein Ultraweitwinkel Objektiv um noch näher an das Feuerwerk heranzukommen. Diese Objektive schaffen es mit der sehr kurzen Brennweite einen Radius von fast 180 Grad abzudecken – so bekommt man das Feuerwerk samt mit seinen Effekten in voller Größe auf das Bild bei einem vergleichsweise geringen Abstand. Beachten sollte man allerdings, dass diese Objektive oftmals durch ihre kurze Brennweite eine Verzerrung in den Randbereichen aufweisen können.

Zubehör

Ein Stativ ist unabdingbar, da man beim fotografieren von Feuerwerken mit wenig Licht auskommen muss. Die meisten Fotostandpunkte liegen auf freiem Gelände und man kann nirgendwo die Kamera auflegen, deshalb sollte man ein Stativ nutzen, um Verwacklungen auf dem Bild zu vermeiden. Für die Feuerwerksfotografie ist ein Stativ also auf jeden Fall Pflicht.

Man muss beim fotografieren der Feuerwerksbomben womöglich länger belichten – um eine Aufnahme ohne Unschärfe hinzubekommen, sollte man einen Fernauslöser nutzen. Durch die Berührung der Kamera werden bereits die kleinsten Bewegungen auf das spätere Bild übertragen. Die Nutzung des Selbstauslösers ist beim Fotografieren von Feuerwerken nicht optimal, da man damit nicht mehr bestimmen kann wie lange und wann die Belichtung genau stattfinden soll.

Ein niedriger ISO Wert ist unbedingt erforderlich, da die Umgebung dunkel ist und eine lange Belichtung beim fotografieren von Feuerwerken erfolgt. Ein geringer ISO Wert verringert das spätere Bildrauschen auf dem Bild, erhöht jedoch die Belichtungszeit. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Dynamikbereich der Kamera mit sinkendem ISO Wert steigt.

Beim fotografieren von Feuerwerken spielt die Wahl der richtigen Blende eine große Rolle – je nach Farbe der Explosion ändert sich auch der optimale Blendenwert. Es ist meist sehr schwierig, die Blende an die jeweiligen Effekte anzupassen, ein optimaler Blendenwert liegt zwischen f11.00 und f16.00. Man sollte die Blende eher geschlossen halten, um die Schärfentiefe zu erhöhen und falls nötig lieber etwas länger belichten.

Welche Blenden sollte man bei welchem Feuerwerk verwenden?

Bei der goldenen Bombe nimmt man einen Blendenwert zwischen f5.6 – f8.00 – die goldene Bombe ist eine der dunkelsten Explosionen, die es bei einem Feuerwerk gibt. Die Fragmente heben sich durch die goldene Farbe kaum vom Himmel ab, selbst durch eine längere Belichtung gelingt es nur selten eine solche Bombe ordentlich auf ein Bild zu bekommen. Das Problem ist, dass der Goldregen oft verwendet wird und durch die dunklen und kleinen Bestandteile wird wenig Licht erzeugt. Man muss schon Glück haben, um die goldenen Effekte fotografieren zu können.

Bei dem blauen Licht nimmt man eine Blende zwischen f8.00 – f11.00, die vergleichsweise sehr dunkel ist – die Blende sollte hier stärker geöffnet werden, damit mehr Licht auf den Sensor treffen kann. Feuerwerke werden in der Regel mit einer Verschlusszeit von 1-4 Sekunden aufgenommen, die geöffnete Blende sorgt dafür, dass sich das Blau gut im Bild hervorhebt. Man nutzt den Blendenwert von 11 bis 16, dann wäre es aber sinnvoll das Bild ruhig etwas länger zu belichten. Bei Feuerwerken kommen blaue Effekte sehr häufig vor.

Bei den roten Effekten ist eine Blende zwischen f10.00 – f13.00 optimal, die die richtige Helligkeit haben und auf dem Bild nicht zu hell oder zu dunkel wirken. Man wird selbst merken dass es nicht immer einfach ist, dass man jeden Effekt perfekt fotografieren kann – deswegen braucht man für das Fotografieren von Höhenfeuerwerk sehr viel Glück.

Für die grünen Effekte nimmt man eine Blende zwischen f11.00 – f16.00, allerdings sorgen diese Feuerwerke für Überstrahlungen auf dem Bild. Um dies zu vermeiden, sollte man die Blende noch weiter schließen – so bekommt man mehr Kontrast und schärfere Effekte. Häufig gehen grüne Bomben etwas in weiß über, so muss man aufpassen, dass man nicht zu lange belichtet. Sieht man die grünen Effekte am Himmel, sollte man das Bild einfach kürzer belichten.

Für die silbernen Bomben, die am Nachthimmel sehr hell wirken und nur von hellen Leuchtraketen übertroffen werden, wäre eine Blende zwischen f16.00 – f22.00 optimal. Die Blende sollte weit geschlossen sein, damit es bei einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden zu keiner Überstrahlung kommt, denn sehr schnell kann das wundervolle silberne Spektakel in einer riesen überstrahlten Wolke enden. Es empfiehlt sich die Belichtungszeit eher kurz zu halten, wenn man sieht, dass es zu vielen Explosionen von silbernen Bomben kommt.

Die Verschlusszeit

Es gibt keine empfohlenen Werte für die Verschlusszeit im Bereich der Feuerwerksfotografie, da Glück hier eine sehr große Rolle spielt. Man sollte die Belichtungszeit am besten auf den Modus ”Bulb” stellen, um somit besser auf die jeweilige Situation reagieren zu können. Sobald man den Knopf des Fernauslösers drückt, fängt die Belichtung an und man hält diesen so lange wie nur möglich, wenn man diesen loslässt endet die Belichtung.

Man wählt den Modus ”M”, um alle Einstellungen manuell durchführen zu können. Man sollte mit der Belichtung anfangen, wenn die Rakete oder Bombe gerade abgeschossen wird und dann einige Explosionen belichten. Es kommen unterschiedlich viele Effekte je nach Feuerwerk vor, bei einem großen explodieren häufig bis zu 5 Bomben gleichzeitig und der Himmel fängt dann Feuer. Dicht nacheinander folgende Raketen lassen sich nur schwer auf das Bild bannen, deshalb sollte man eher kurz belichten oder die Blende weiter schließen.

Man wird schnell merken, dass viele Bilder nicht gelingen, man sollte sich aber dadurch nicht entmutigen lassen, da es so den meisten Fotografen geht. Es ist fast unmöglich zu wissen wie, wo, wann und was da am Himmel genau passiert. Es hilft schon sehr wenn man eine pausenlose Bilderreihe mit einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden erstellt. Man sollte spontan entscheiden wie lange man belichtet und im Kopf die Sekunden mitzählen. Wenn man viele Explosionen am Himmel sieht oder das Feuerwerk sehr hell ist, sollte man weniger belichten. Wenn wenige oder eher dunkle Raketen explodieren, sollte man länger belichten, allerdings besitzen viele Feuerwerke ruhige Phasen, wo teilweise nur Bodeneffekte gezündet werden.

In dieser Zeit hat man dann die Möglichkeit, die Bilder schnell durchzuschauen um eventuelle Änderungen in den Einstellungen vorzunehmen. Am Rechner zu Hause kann man sich dann die schönsten Bilder heraussuchen und den Rest in den Papierkorb oder ins Archiv verfrachten. Man kann mit der Ausbeute zufrieden sein, wenn man bei einem 15 minütigen Feuerwerk am Ende 10 bis 15 gute Fotos im Kasten hat. Falls eine Pause erfolgt, kann man einen dunklen Karton vor die Linse halten, um die Belichtung anzuhalten. Sobald die Raketen wieder in den Himmel steigen, kann man den Karton einfach wieder wegnehmen und das Licht gelangt auf den Sensor. Es ist allerdings sinnvoller, die Belichtung komplett zu beenden, um das störende Bildrauschen bei längeren Belichtungszeiten zu verringern.

Fokus

Da es zum Zeitpunkt des Feuerwerks womöglich schon dunkel ist und der Himmel zum größten Teil wenig Restlicht aufweist, wird es der Autofokus nicht schaffen, das Bild scharf zu stellen. Dieser hat zwar eine Chance während der Explosion etwas zu erfassen, die Belichtung jedoch sollte anfangen wenn die Rakete bereits abgeschossen wurde. Der Autofokus kommt mit der nächtlichen Dunkelheit nicht klar, da der Himmel zum größten Teil wenig Restlicht aufweist und nichts zum anvisieren hat. Man sollte den Fokus deshalb immer auf manuell stellen und ihn auf unendlich drehen. Befinden sich in der gleichen Entfernung helle Objekte, so kann man diese vor dem Feuerwerk mit Hilfe des Autofokus scharfstellen und anschließend auf den manuellen Fokus wechseln.

Die Brennweite

In der Regel ist ein Feuerwerk sehr groß, deshalb ist eine kleinere Brennweite vorteilhaft – wenn der Bildausschnitt richtig gewesen ist, hat man die Möglichkeit, diesen am Rechner noch zuzuschneiden. Wichtig ist aber, dass die Schärfe des Bildes gut ist, um so einen perfekten Ausschnitt als eigenständig neues Bild zu nutzen. Ein mit Absicht zu groß gewählter Ausschnitt kann interessant sein, um als Betrachter die feinsten Details im Feuerwerk auszumachen.

Der richtige Standpunkt der Kamera

Es gibt nichts störenderes als Feuerwerksbilder auf denen sich Leute befinden, die herum laufen, deshalb sollte man einen erhöhten Standpunkt aufsuchen. Durch die Größe des Feuerwerks braucht man nicht direkt vor Ort sein, auch größere Entfernungen sind oftmals sehr reizvoll. Wenn der Standort des Feuerwerks mit der Umgebung verschmilzt, sollte man versuchen einige Bildteile mit in das Motiv einzubauen. Nah liegende Gebäude oder eine Brücke sorgen für mehr Details auf dem Bild und verdeutlichen, wie groß das Feuerwerk wirklich ist. Man sollte allerdings aufpassen, dass keine anderen Leute die Kamera oder gar das Stativ anrempeln können und das schöne Bild vollkommen zunichte machen. Ein ruhiger Platz ist optimal, der genug Fläche bietet Fotos schießen zu können.

Umgebung

Die Umgebung spielt im Bereich der Feuerwerksfotografie nur eine Nebenrolle, man sollte trotzdem versuchen einige Gebäude oder Bauwerke in dem Bildausschnitt einzubeziehen. Markante Gebäude oder die Silhouette einer Stadt geben dem Foto eine Vielzahl von zusätzlichen Details, man sollte jedoch darauf achten, dass sich im Bereich des Bildausschnitts keine zu hellen Lichtquellen befinden. Durch die längeren Belichtungszeiten können störende Reflexionen im Bild auftauchen. Wenn sich eine Wasserfläche in der näheren Umgebung befindet, sollte man versuchen diese in den Bildausschnitt zu integrieren, da die im Wasser reflektierenden Effekte das Bild ungemein aufpeppen können.

Problematik Wind

Ein immer wiederkehrendes Problem ist der Wind, der die Leuchteffekte verweht – diese sehen nicht mehr so toll aus, wie man es ursprünglich haben wollte. Der entstandene Rauch der Feuerwerksraketen wird weiterhin verweht, der auf dem Bild stark störend ist – diese Tatsache kann man jedoch nicht ändern. Bei Möglichkeit sollte man einen Standort aufsuchen, wo der Wind von hinten kommt – dieser weht den Rauch vom Feuerwerk schnell weg und dann stört dieser auch nicht mehr auf den nachfolgenden Bildern. Eine rauchfreie Aufnahme gelingt einem in den ersten Sekunden des Feuerwerks bei dem noch keine Explosionen stattgefunden haben und somit auch noch gar kein Rauch existiert.

Ohne Stativ fotografieren

Man kann sich einen kleineren Menschen aussuchen und einen Ellenbogen auf seine Schulter legen, mit den Armen ein Dreieck bilden und die Füße etwas weiter auseinander stellen. Man sollte versuchen locker zu stehen und sich nicht zu verkrampfen und ebenso den Mitmenschen anleiten dies zu tun. Man kauft sich ein Körnerkissen, einen Bohnensack oder man füllt loses Füllmaterial in eine Stofftüte, so dass die Kamera sich gut positionieren lässt, ohne dass diese die Position verliert, wenn man die Hände mal von ihr wegnimmt. Den Bohnensack legt man auf eine Mauer oder eine Empore und löst den Selbstauslöser oder Remote aus.